Strahlenbehandlung
Radioaktive Strahlen werden meist mit
der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht, nicht mit seiner Behandlung.
Tatsächlich ist die Strahlenbehandlung aber eine sehr wirkungsvolle und
gut verträgliche Behandlungsform. Durch die richtige Dosis und die zielgenaue
Anwendung ist sichergestellt, dass die energiereichen Strahlen das Wachstum der
Krebszellen bzw. ihre Teilung hemmen. Die Strahlen brechen chemische Bindungen
in der Erbsubstanz DNS auf, die Erbinformation ist nicht mehr lesbar. Zellen,
die so geschädigt sind, können sich nicht weiter teilen, und das
Tumorwachstum kommt zum Stillstand.
Die sich drehende (d. h. rotierende) Strahlenquelle stellt sicher, dass die
Strahlen vorzugsweise Tumorgewebe schädigen und gesundes Gewebe weitgehend
schonen.
Heilung oder Linderung
Die Strahlenbehandlung kann heilende oder lindernde Wirkung haben. In den
Frühstadien
mancher Krebserkrankungen (beispielsweise von langsam voranschreitenden Non-Hodgkin-Lymphomen)
gelingt es häufig, die Krebszellen komplett zu zerstören.
Bei fortgeschrittenen Erkrankungen kann die Strahlenbehandlung beispielsweise
zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt werden.
Bestrahlung in Raten
Die für eine erfolgreiche Behandlung notwendige Gesamt-Strahlendosis erhält
der Patient in mehreren Sitzungen. Die einzelne Bestrahlungs-Behandlung dauert
etwa eine halbe Stunde, ein gesamter Bestrahlungszyklus zwischen drei und vier
Wochen.
Von der Bestrahlung als solcher spürt der Patient normalerweise nichts.
Ganz selten tritt während der Sitzung der so genannte Strahlenkater auf,
der durch Übelkeit und Müdigkeit, manchmal auch durch Grippe-ähnliche
Symptome gekennzeichnet ist.
Nebenwirkungen sind berechenbar
Durch die gezielte Anwendung der Strahlen soll die Wirkung möglichst auf
erkrankte Zellen beschränkt bleiben. Allerdings lässt es sich meist
nicht vermeiden, dass benachbarte gesunde Zellen ebenfalls beeinträchtigt
werden. Die resultierenden Nebenwirkungen hängen vom behandelten Gebiet
ab: Bei Bauchbestrahlungen treten gelegentlich Übelkeit und Durchfall auf,
bei Bestrahlungen des Kopfes Entzündungen an der Mundschleimhaut oder Haarausfall.
Alle diese Nebenwirkungen sind allerdings vorübergehender Natur.
Insgesamt ist die Strahlenbehandlung eine sehr wirkungsvolle
und gut verträgliche
Methode. Allein, ergänzend zu einer Operation oder in Verbindung mit einer
Chemotherapie kann sie viele Tumoren zerstören oder in ihrem Wachstum eindämmen.


