Chronische lymphatische Leukämie
Die chronische lymphatische Leukämie ist ist die häufigste Leukämieform bei Erwachsenen, meist ab dem 50. Lebensjahr. Sie ist eine Krebserkrankung, bei der die Bildung einer bestimmten Art von weißen Blutkörperchen, den Lymphzellen oder Lymphozyten, gestört ist. Im Knochenmark und den Lymphknoten wird eine übermäßige Zahl entarteter, funktionsuntüchtiger Lymphzellen produziert und ins Blut abgegeben.
Die Übergänge von der chronischen lymphatischen Leukämie zu den
Lymphomen sind teilweise fließend, so dass diese Erkrankung sowohl zu den
Leukämien als auch zu den Non-Hodgkin-Lymphomen zählt.
Ursachen
Die Ursachen für die Entstehung einer Leukämie sind weitgehend unbekannt.
Es gibt jedoch einige Faktoren, die das Risiko, an einer Leukämie zu erkranken,
erhöhen. Hierzu gehören:
- Radioaktive Strahlung, Röntgenstrahlung
- Einige Chemikalien
- Ererbte Faktoren
- Frühere Chemotherapie
Beschwerden
Die chronische lymphatische Leukämie entwickelt sich sehr langsam, so dass
sie oft für lange Zeit unbemerkt bleibt. Häufig wird die Krankheit
bei Blutuntersuchungen zufällig entdeckt. Meist haben die Erkrankten nur
ganz allgemeine Beschwerden – z. B. Müdigkeit oder Leistungsabfall – die
auch bei anderen, harmlosen Krankheiten auftreten. Schreitet die Erkrankung fort,
können weitere Symptome hinzukommen:
- Schwellungen von Lymphknoten
- Milz- und Lebervergrößerung
- Blutarmut
- Häufige blaue Flecken
- Häufige Infektionen
Feststellung der Erkrankung: Die Diagnose
Für die Diagnose sind eine ausführliche Blutuntersuchung und eine
Untersuchung des Knochenmarks nötig. Um beurteilen zu können, ob
Lymphknoten oder innere Organe von der Erkrankung betroffen sind, werden
häufig Ultraschalluntersuchung
des Bauches, Computertomographie und Kernspintomographie
angefertigt.
Mehr zu bildgebenden
Verfahren ![]()
Behandlung
Die chronische lymphatische Leukämie entwickelt sich meist auch
ohne Behandlung nur sehr langsam. Viele Patienten haben lange keine oder
kaum
Beschwerden.
Die Behandlung beginnt deshalb erst, wenn starke Beschwerden oder Komplikationen
auftreten oder sich die Blutwerte stark verschlechtern.
Die Erkrankung ist zwar nicht heilbar,
kann aber durch eine Behandlung
sehr gut beherrscht
werden.
Die wichtigste
Behandlung
ist die
Chemotherapie, häufig
in Kombination mit einem Kortisonpräparat. So lässt sich die Krankheit
meist für viele Jahre erfolgreich zurückdrängen. In einigen Fällen
sind zusätzliche Bestrahlungen nötig. Treten nach einiger Zeit
wieder Beschwerden auf, kann man erneut mit einer Chemotherapie behandeln.
Eine neuere Behandlungsform ist
die Gabe von Antikörpern.
Die Antikörper binden
an bestimmte Stoffe, die auf
der Oberfläche von
Leukämiezellen vorkommen
und zerstören so die Zellen.
Neben der Chemotherapie ist
es wichtig, begleitende Beschwerden
zu behandeln,
z. B. eine Blutarmut
mit Transfusionen
oder Infektionen mit Antibiotika.
Weiterführende Informationen im Internet
Das Infoportal für Patienten zu Non-Hodgkin-Lymphomen.
Hier kann man ausführliche Broschüren über die chronische lymphatische
Leukämie und andere Krebserkrankungen bestellen oder direkt herunterladen.
Deutsche
Leukämie-
und Lymphomhilfe
Webseite des Bundesverbands der Selbsthilfeorganisationen zur Unterstützung
von erwachsenen Leukämie- und Lymphompatienten mit Informationsmaterial,
Diskussionsforen und Adressen von Selbsthilfegruppen.
Umfangreiche Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg
zum Morbus Hodgkin und den Non-Hodgkin-Lymphomen.
Hinweise der Deutschen Krebsgesellschaft zu den verschiedenen Leukämieformen.
Kompetenznetz Maligne Lymphome
Internetseite des Kompetenznetzes Maligne Lymphome, einem Zusammenschluss von
Forschergruppen, Versorgungseinrichtungen, Patientenverbänden und Selbsthilfegruppen.
Ziel ist die optimale Behandlung, Betreuung und Information aller Lymphom-Patienten.
Internationale Vereinigung von Lymphompatienten und Selbsthilfegruppen.
The
Leukemia & Lymphoma
Society
Internetauftritt der Amerikanischen Leukämie- und Lymphom-Selbsthilfegruppe.


