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Lokal fortgeschrittenes Mammakarzinom: Neoadjuvantes Trastuzumab senkt Rezidivrate

 

Die neoadjuvante Trastuzumabtherapie steigert das dreijährige rezidivfreie Überleben von Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem frühem HER2-positivem Mammakarzinom signifikant von gut 50 % auf 70 %.

 

Die NOAH-Studie

 

  • 115 von 228 HER-2-positiven Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem Mammakarzinom (mediane Größe: 5,5 cm) erhielten eine neoadjuvante Chemotherapie (3 Zyklen Doxorubicin plus Paclitaxel, 4 Zyklen Paclitaxel, 3 Zyklen Cyclophosphamid/Methotrexat/5-Fluorouracil) mit zusätzlicher Trastuzumab-Therapie.
  • 113 Patientinnen erhielten die gleiche Chemotherapie ohne Trastuzumab.
  • Eine dritte Gruppe, die 99 HER2-negative Patientinnen umfasste, wurde neoadjuvant ebenfalls lediglich mit Chemotherapie behandelt.
  • Der primäre Endpunkt war das ereignisfreie Überleben (Krankheitsrezidiv, Krankheitsprogression oder Tod unabhängig von der Ursache) nach einer medianen Nachbeobachtung von 3 Jahren. Sekundäre Endpunkte waren pathologisch komplette Remission, Gesamtansprechrate, Gesamtüberleben und Sicherheit.

 

Ergebnisse

 

Die neoadjuvante Behandlung mit Chemotherapie plus Trastuzumab führte nach median 3 Jahren zu einem signifikant besseren ereignisfreien Überleben als die alleinige Chemotherapie (70,1 % vs. 53,3 %; Hazard Ratio: 0,56; p = 0,006). Auch die 3-Jahres-Gesamtüberlebensrate lag in der Trastuzumabgruppe höher – allerdings war der Unterschied nicht statistisch signifikant (85,3 % vs. 80,4 %; p = 0,018).

 

Die HER2-negativen Patientinnen und die HER2-positiven Patientinnen, die ausschließlich chemotherapiert wurden, hatten während der ersten 18 Monten ein vergleichbares ereignisfreies Überleben. Während der Monate 18-36 war die Ereignisrate bei HER-negativen jedoch Frauen geringer.

 

Eine präoperative Behandlung mit Chemotherapie plus Trastuzumab führte bei fast doppelt so vielen Patientinnen zu einer pathologisch kompletten Remission wie die alleinige Chemotherapie (39 % vs. 20 %; p = 0,002). Die Gesamtansprechrate betrug 89 % (Trastuzumab plus Chemotherapie) bzw. 77 % (nur Chemotherapie; p = 0,02).

 

Die Toxizität der Kombination Chemotherapie plus Trastuzumab lag im akzeptablen Bereich. Bei den meisten Patientinnen änderte sich die linksventrikuläre Ejektionsfraktion kaum und in der Trastuzumab-Gruppe wurde lediglich über 2 kardiale Ereignisse berichtet.

 

Die Ergebnisse der NOAH-Studie zeigen, so die Autoren, dass die neoadjuvante Behandlung von Frauen mit HER2-positivem lokal fortgeschrittenem Brustkrebs Langzeitvorteile bringt.

 

Quellen: CTRC-AARC San Antonio Breast Cancer Symposium, Issue 3, December 13, 2008