Metastasierender Brustkrebs: Längeres Überleben durch neue Therapien
Während der letzten 35 Jahre steigerten effektivere Chemotherapien und zielgerichtete biologische Therapien die Überlebensdauer von Patientinnen mit metastasierenden Mammakarzinomen erheblich. Anthracycline senkten das Mortalitätsrisiko um 22 – 33 % gegenüber älteren Therapien, Taxane plus Capecitabin oder Gemcitabin brachten gar eine Reduktion um gut 50 %.
Eine griechische Analyse identifizierte 172 randomisierte Studien, die zwischen 1973 und 2007 bei 31.552 Patientinnen mit fortgeschrittenen Mammakarzinomen insgesamt 22 verschiedene Behandlungen miteinander verglichen. Das primäre Ziel der Analyse war die Quantifizierung der relativen Überlebensverlängerungen durch neuere Therapien im Vergleich zu Monotherapien mit alten Substanzen.
Die Untersuchung zeigte, dass Taxan-Kombinationen mit neuen Substanzen wie z.B. Trastuzumab oder Gemcitabin den höchsten Überlebensvorteil im Vergleich zu älteren Monotherapien (z.B. Methotrexat, Mitomycin, Vincristin, Fluorouracil oder Vinblastin) ermöglicht haben (Hazard Ratios: 0,49, 0,50, 0,53).
Zu erheblichen Überlebensverlängerungen führten auch Taxane plus Lapatinib (Hazard Ratio: 0,57), Taxane plus Anthracycline (Hazard Ratio: 0,64) oder Anthracycline plus Taxane plus weitere neue Substanzen (Hazard Ratio: 0,56).
Die Kombination Trastuzumab plus Anthracycline brachte einen Benefit von 45 %. Taxan-Monotherapien reduzierten das Mortalitätsrisiko um etwa ein Drittel, während sich mit der Kombination älterer Substanzen eine Mortalitätsreduktion um
25 % verglichen mit älteren Monotherapien erzielen lässt.
Die Wirksamkeit der meisten Schemata war weitgehend unabhängig davon, ob sie als Ersttherapie oder als Folgetherapie eingesetzt wurden (weniger als 5 % Unterschied). Eine Ausnahme waren die Anthracyclin-Kombinationen, mit denen ein Trend zu einer niedrigeren Wirksamkeit bei Folgetherapien im Vergleich zur Ersttherapie beobachtet wurde.
Diese Analyse quantifiziert den schrittweisen Fortschritt der letzten 35 Jahre bei der Behandlung metastasierender Mammakarzinome, erklärten die Autoren. Nach der 25 %igen Reduktion des Mortalitätsrisikos durch Anthracyclin-Kombinationen im Jahr 1975 gab es in den folgenden beiden Dekaden kaum Verbesserungen. Erst die Einführung von Taxanen, Vinorelbin, Gemcitabin, Capecitabin und molekularer zielgerichteter Therapien ermöglichte in den letzten Jahren weitere Verlängerungen der Überlebenszeit von Patientinnen mit metastasierenden Mammakarzinomen.
Quelle: Mauri D, et al. Multiple-treatments meta-analysis of chemotherapy and targeted therapies in advanced breast cancer. J Natl Cancer Inst 2008, 100: 1780-1791
Letzte Aktualisierung: 25. August 2010


