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Metastasiertes kolorektales Karzinom: Standardchemotherapie + Bevacizumab - Keine Effektivitätssteigerung durch Panitumumab

 

Panitumumab verbesserte die Wirksamkeit von Bevacizumab plus FOLFOX oder FOLFIRI bei metastasierten kolorektalen Karzinomen nicht, steigerte jedoch die Toxizität und reduzierte das progressionsfreie Überleben.

 

Die offene randomisierte PACCE-Studie verglich bei nicht vorbehandelten metastasierten kolorektalen Karzinomen Panitumumab (6 mg/kg alle 2 Wochen) plus Bevacizumab und Standardchemotherapie (meist FOLFOX oder FOLFIRI) mit Bevacizumab und Standardchemotherapie allein. Die Patienten erhielten nach Entscheidung der Prüfärzte eine Oxaliplatin-basierte (n = 823) oder Irinotecan-basierte Standardchemotherapie (n = 230). Innerhalb der beiden Gruppen erfolgte die Randomisierung zu Panitumumab oder kein Panitumumab. Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben in der Oxaliplatin-Gruppe.

 

Die Panimutumab-Behandlung wurde nach einer geplanten Zwischenanalyse, die auf den Daten von 812 Oxaliplatin-Patienten basierte, abgebrochen. In der Oxaliplatin-Gruppe betrug das mediane progressionsfreie Überleben mit Panitumumab 10,0 Monate (95 % CI: 8,9 bis 11,0 Monate) und ohne Panitumumab 11,4 Monate (95 % CI: 10,5 bis 11,9 Monate). Die Irinotecan-Patienten hatten ein progressionsfreies Überleben von 10,1 Monaten (Panitumumab-Gruppe) und 11,7 Monaten (kein Panitumumab).

 

Das mediane Gesamtüberleben der Oxaliplatin/Bevacizumab-Patienten erreichte mit Panitumumab 19,4 Monate und ohne Panitumumab 24,5 Monate (Irinotecan/Bevacizumab-Gruppe: 20,7 Monate versus 20,5 Monate). Die Ansprechraten waren mit und ohne Panitumumab vergleichbar (Oxaliplatin/Bevacizumab: 46 % vs. 48 %; Irinotecan/Bevacizumab: 43 % vs. 40 %).

 

Unabhängig vom KRAS-Status war in beiden Gruppen das mediane progressionsfreie Überleben der Kontrollpatienten tendenziell besser. In der Oxaliplatin-Gruppe wurde in beiden KRAS-Gruppen (Mutation und Wildtyp) eine vergleichbare Ansprechrate beobachtet. In der Irinotecan-Gruppe sprachen KRAS-Wildtyp-Tumore numerisch besser auf Panitumumab an. Bei Vorliegen von KRAS-Mutanten schnitten die Patienten der Kontrollgruppe tendenziell besser ab.

 

Die Autoren schlussfolgern, dass Panitumumab zusätzlich zu Bevacizumab plus Oxaliplatin- oder Irinotecan-basierter Chemotherapie die Toxizität steigert und das progressionsfreie Überleben senkt. Die Kombination kann deshalb nicht für die klinische Praxis empfohlen werden. Möglicherweise interagiert die epidermale Wachstumsfaktorhemmung durch Panitumumab mit den therapeutischen Wirkungen von Bevacizumab und/oder der Chemotherapie.

 

Quelle: Hecht JR, et al. A randomized phase IIIb trial of chemotherapy, bevacizumab, and panitumumab compared with chemotherapy and bevacizumab alone for metastatic colorectal cancer. J Clin Oncol 2009; 27: 672-680