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Metastasierendes kolorektales Karzinom: Palliative Therapie verlängert Überleben

 

Die sequentielle oder kombinierte Gabe aller wirksamen Substanzen maximiert die Überlebensdauer von Patienten mit metastasierenden, nicht operablen kolorektalen Karzinomen.

 

Eine französische Literaturanalyse hatte das Ziel, Optionen für die Behandlung von Patienten mit Chemotherapie-resistenten metastasierenden kolorektalen Karzinomen zu identifizieren und die Rolle der einzelnen aktiven Substanzen besser zu definieren. Ausgewertet wurden alle zwischen 2000 und Mitte 2008 publizierten Arbeiten, die die Behandlung kolorektaler Karzinome untersuchten.

 

Irinotecan
Irinotecan wurde im Jahre 2000 auf der Basis von 2 Phase III-Studien in Kombination mit 5-Fluorouracil/Folinsäure (FOLFIRI) als Standardersttherapie des metastasierenden kolorektalen Karzinoms zugelassen und ersetzte den bisherigen Standard 5-Fluorouracil/ Folinsäure. Auch die Irinotecan-Monotherapie erwies sich bei Patienten mit Progression unter 5-Fluorouracil/Folinsäure als wirksam.

 

Bevacizumab
Die Zugabe des monoklonalen Antikörpers Bevacizumab zu FOLFOX4 (5-Fluorouracil/Folinsäure plus Oxaliplatin) in der Zweittherapie des metastasierenden kolorektalen Karzinoms verbessert das Gesamtüberleben im Vergleich zu FOLFOX4 allein signifikant. In einer weiteren Studie bei 38 stark vorbehandelten Patienten führte die Kombination Bevacizumab plus FOLFOX oder FOLFIRI zu einer Ansprechrate von 42 %, einschließlich von 3 Patienten mit komplettem Ansprechen (alle mit FOLFIRI plus Bevacizumab). Obwohl keine Überlebensdaten vorliegen, halten die Autoren der Analyse deshalb die Kombination FOLFIRI plus Bevacizumab für eine interessante Option in der Zweit- oder Dritttherapie.

 

Cetuximab
Cetuximab plus Irinotecan führten bei Irinotecan-resistenten, asiatischen und australischen Patienten zu einem medianen progressionsfreien Überleben von 12,1 Wochen und einem medianen Gesamt-Überleben von 9,5 Monaten. Die Cetuximab-Dritttherapie von 55 Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalem Karzinom führte in Kombination mit Oxaliplatin oder Irinotecan zu einem medianen progressionsfreien Überleben von 4,7 Monaten und einem medianen Gesamtüberleben von 9,8 Monaten.
Die Cetuximab-Wirksamkeit scheint vom Status des KRAS-Gens abzuhängen. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass Cetuximab bei Patienten mit KRAS-Wildtyp besonders wirksam ist und Patienten mit KRAS-Mutationen von der Substanz kaum profitieren.

 

CAIRO-Studie
Die CAIRO-Studie untersuchte, ob eine Kombinations-Ersttherapie (Capecitabin/Irinotecan gefolgt von einer Zweittherapie mit Capecitabin/Oxaliplatin) im Vergleich zur sequentiellen Gabe (zuerst Capecitabin, dann Irinotecan und danach Capecitabin/Oxaliplatin als Dritttherapie) zu einem besseren Überleben führt. In der Studie hatte die Kombination gegenüber der sequentiellen Therapie keine signifikanten Vorteile. Allerdings war die Toxizität der Kombinations-Ersttherapie höher als bei sequentiellem Vorgehen. Die CAIRO-Studie unterstützt deshalb die Therapiestrategien, die dem Patienten alle aktiven Substanzen verfügbar machen, unabhängig vom Verlauf der Behandlung.

 

Quelle: Mitry E, et al. Irinotecan as palliative chemotherapy for metastatic colorectal cancer: evolving tactics following initial treatment. Int J Colorectal Dis 2009; 24: 605-612