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Hochrisiko-Mammakarzinom: Intensivierte präoperative Chemotherapie verbessert das klinische Ergebnis

 

Patientinnen mit großen, nicht entzündlichen Mammakarzinomen (≥3 cm) profitieren von einer Dosisverdichteten, eskalierten präoperativen Chemotherapie mit Epirubicin/Paclitaxel. Im Vergleich zur Standardtherapie steigerte die intensivierte Therapie die Zahl der Patientinnen ohne Tumornachweis bei der Operation und verlängerte das krankheitsfreie Überleben.

 

Eine große deutsche randomisierte Phase III-Studie verglich bei Hochrisiko-Mammakarzinom Patientinnen eine präoperative Standardtherapie (4-mal 90 mg/m2 Epirubicin plus 175 mg/m2 Paclitaxel im Abstand von je 3 Wochen) mit einem dichteren, eskalierten Schema (3-mal 150 mg/m2 Epirubicin gefolgt von 3-mal 250 mg/m2 Paclitaxel im Abstand von je 2 Wochen). Nach der jeweils 12-wöchigen Chemotherapie folgte die Operation. Primärer Endpunkt war die pathologische komplette Ansprechrate (kein Tumornachweis bei der Operation), sekundäre Endpunkte waren progressionsfreies Überleben, Gesamtüberleben und Toxizität. Im Anschluss an die Chemotherapie erhielten alle Patientinnen 3 Zyklen Cyclophosphamid, Methotrexat und Fluorouracil.

 

668 Patientinnen mit großen, nicht inflammatorischen (nicht entzündlichen) Primärtumoren (≥3 cm; n = 567) oder histologisch nachgewiesenem inflammatorischen Tumoren (n = 101) wurden den beiden Behandlungsgruppen randomisiert zugeteilt.

 

  • Die intensivierte präoperative Behandlung führte zu einer signifikant höheren pathologisch kompletten Ansprechrate als die Standardtherapie (18 % vs. 10 %; p = 0,008) und steigerte den Anteil der Patientinnen mit negativem axillaren Lymphknotenbefund von 43 % auf 50 %.
  • Brusterhaltende Operationen waren bei 58 % der Patientinnen der Gesamtpopulation verglichen mit geschätzten 25 % vor Beginn der präoperativen Chemotherapie möglich.
  • Innerhalb der Nachbeobachtung von median 55 Monaten gab es 215 Rezidive (92 bei intensivierter Therapie, 123 in der Kontrollgruppe).
  • Die intensivierte Therapie verlängerte das krankheitsfreie Überleben signifikant (Hazard Ratio: 0,71; 95 % Konfidenzintervall: 0,54 – 0,92; p = 0,11).
  • Die geschätzten krankheitsfreien Überlebensraten betrugen nach 3 Jahren 76 % und 68 % und nach 5 Jahren 70 % und 59 % (intensivierte Therapie versus Kontrollen).
  • Auch das Gesamtüberleben besserte sich durch den neuen Therapieansatz (Hazard Ratio: 0,83; 95 % Konfidenzintervall: 0,69 – 0,99; p = 0,041).
  • Die geschätzten 3- und 5-Jahresüberlebensraten betrugen 90 % vs. 85 % und 83 % vs. 77 % (intensivierte Therapie versus Kontrollen).

 

Eine Subgruppenanalyse zeigte, dass Patientinnen mit inflammatorischen Karzinomen (n = 101) eine besonders schlechte Prognose hatten und von dem intensivierten Schema nicht profitierten. Dagegen war der Nutzen bei den Patientinnen mit großen nicht inflammatorischen Primärtumoren (≥3 cm) signifikant (p = 0,13). Dieser Effekt bestand auch nach Korrektur für klinische Ausgangscharakteristika wie Tumorgröße, Lymphknoten- und Hormonrezeptorstatus weiter (p = 0,034).

 

Die intensivierte Chemotherapie war jedoch schlechter verträglich. Sie führte zu signifikant mehr nicht-hämatologischen Toxizitäten und verursachte mehr Anämien und Thrombozytopenien als die Standardtherapie. Die Neutropenie- und Infektionsraten waren in beiden Gruppen vergleichbar.

 

Die Autoren schlussfolgern, dass die Ergebnisse für die Wirksamkeit und Kurzzeitsicherheit der intensivierten präoperativen Therapie sprechen. Die intensivierte Behandlung wurde zwar schlechter vertragen als die Standardtherapie, verbesserte aber das klinische Outcome von Patientinnen mit nicht inflammatorischen Hochrisiko-Mammakarzinomen.

 

Quelle: Untch M, et al. Intensive dose-dense compared with conventionally scheduled preoperative chemotherapy for high-risk primary breast cancer. J Clin Oncol 2009; 27: 2938-2945