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Neoadjuvante Dreifachtherapie ermöglicht OP bei primär inoperablem NSCLC

 

Viele inoperable Lungenkarzinome lassen sich durch eine präoperative Kombinations-Therapie mit Gemcitabin, Carboplatin und Thalidomid so stark verkleinern, dass eine erfolgreiche chirurgische Resektion möglich wird.

 

Das nicht kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) wird häufig erst entdeckt, wenn der Tumor bereits in das Mediastinum oder den Brustkorb vorgedrungen ist und primär nicht mehr chirurgisch entfernt werden kann. Amerikanische Autoren untersuchten jetzt, inwieweit eine neoadjuvante Chemotherapie bei Patienten mit inoperablem NSCLC im Stadium IIB und IIIA doch noch eine Operation ermöglicht.

 

An der Phase II-Studie beteiligten sich 22 nicht vorbehandelte Patienten (medianes Alter: 53 Jahre) mit inoperablem NSCLC Stadium IIB (n = 7) oder Stadium III (n = 15). Die neoadjuvante Therapie setzte sich aus

  • Gemcitabin (1000 mg/m2: an Tag 1 und Tag 8 von drei dreiwöchigen Zyklen)
  • Carboplatin (AUC 5,5) (je drei Dosen in dreiwöchentlichen Abständen)
  • plus täglich 200 mg Thalidomid (an Tag 1, 2 und 3: 50 mg, 100 mg bzw. 150 mg) zusammen.

 

Primäres Studienziel war die Ansprechrate, sekundäres Studienziel der Zusammenhang zwischen dem Ansprechen und den Spiegeln neun verschiedener Serumproteine.

  • Bei 14 der 20 (70 %) auswertbaren Patienten führte die neoadjuvante Dreifachtherapie zu einer Teilremission
  • bei 4 Patienten (20 %) wurde eine Stabilisierung der Krankheit erreicht
  • lediglich in 2 Fällen (10 %) war das NSCLC progressiv.

 

14 Patienten wurden erfolgreich operiert (10 Lobektomien, eine Bilobektomie, 3 Pneumektomien). Das mediane krankheitsfreie Überleben betrug 1,75 Jahre, das mediane Gesamtüberleben 3,6 Jahre.

 

Das Sicherheitsprofil der Dreifachkombination unterschied sich nicht wesentlich vom Profil der Zweifachkombination Carboplatin/Gemcitabin. Neutropenien waren die häufigsten hämatologischen Nebenwirkungen (11 Patienten Grad 3, 1 Patienten Grad 4). Die Thalidomid-Behandlung wurde bei 2 Patienten abgebrochen (einmal wegen drittgradigem Hautausschlag, einmal wegen Parästhesie).

 

Mehrere Serumproteine korrelierten mit dem Behandlungsergebnis.

  • Patienten mit einem Ausgangs-IL-8 von 10 pg/ml über dem mittleren Ausgangswert hatten eine 3,5-fache Rezidiv-Wahrscheinlichkeit.
  • Ein IL-8-Anstieg von ≥ 10 pg/ml nach der Behandlung war dagegen mit einer 97 %igen Reduktion der Rezidiv-Wahrscheinlichkeit assoziiert.
  • Ein Angiopoietin-Anstieg um 100 pg/ml während der Behandlung bedeutete eine 57 %ige Reduktion der Rezidiv-Wahrscheinlichkeit.
  • Höhere Leptin- und PECAM 1-Ausgangswerte (jeweils > 100 pg/ml über dem mittleren Ausgangswert) korrelierten mit einer höheren Mortalität (plus 15 % bzw. plus 6 %)
  • während ein Angiopoietin-Anstieg um 100 pg/ml mit einer 70 %igen Mortalitätsreduktion einherging.

 

Die Dreifachkombination Gemcitabin/Carboplatin/Thalidomid ist bei lokal fortgeschrittenem NSCLC wirksam und sollte weiter untersucht werden, schlussfolgern die Autoren. Inwieweit Thalidomid zu dieser Wirkung beiträgt, lässt sich aus dieser Studie wegen der fehlenden Kontrollgruppe und der geringen Patientenzahl jedoch nicht ableiten.

 

Quelle: Dudek AZ, et al: Phase II trial of neoadjuvant therapy with carboplatin, gemcitabine plus thalidomide for stages IIb and III non-small cell lung cancer. J Thor Oncol 2009; 4: 969-975