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Lymphödem nach Mammakarzinom-OP: Hantel-Training lindert Symptome

 

Ein vorsichtig aufgebautes Hantel -Training lohnt sich für Brustkrebs-Patientinnen mit Lymphödem: Das Trainingsprogramm reduziert die Lymphödem-Symptome und die Inzidenz von Ödem-Exazerbationen. Außerdem stärkt es die Muskulatur von Ober- und Unterkörper.

 

Brustkrebspatientinnen wird geraten, von Lymphödemen betroffene Arme zu schonen, und sie werden vor dem Hochheben von Kindern oder schweren Taschen gewarnt, weil das Ödem-Risiko dadurch erhöht werden könnte. Die Befolgung dieser gut gemeinten Ratschläge erschwert jedoch die körperliche Erholung der Frauen nach der Operation, beeinträchtigt das tägliche Leben und verhindert im Extremfall sogar die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Amerikanische Autorinnen untersuchten jetzt, ob ein vorsichtig aufgebautes Hantel-Training die Funktion des geschwollenen Arms und den Knochenstatus vielleicht sogar verbessert.

 

Im Rahmen einer kontrollierten Studie wurden 141 Brustkrebs-Patientinnen mit stabilen Arm-Lymphödem postoperativ zu einem langsam progressiv aufgebauten einjährigen Hantel-Training (n = 71) oder zu keinem Training (n = 70; Kontrollen) randomisiert. Primäres Studienziel war die Veränderung von Hand- und Armschwellung nach einem Jahr, sekundäre Ziele waren die Inzidenz von Ödem-Exazerbationen, Anzahl und Schweregrad der Symptome und die Muskelstärke.

 

Das Kleingruppen-Trainingsprogramm wurde zweimal wöchentlich 90 Minuten lang in einem wohnortnahen Fitness-Center durchgeführt. Die Übungsstunden umfassten neben dem Hantel-Training auch Stretching, kardiovaskuläres Aufwärmen sowie Bauch- und Rückentraining. Jede Übung wurde anfangs zwei- bis dreimal wiederholt und die Frequenz in den ersten 5 Wochen langsam auf 10 gesteigert. Das Hantel-Training erfolgte zunächst ohne oder nur mit sehr geringer Belastung. Wurden zweimal 10 Wiederholungen aller Übungen toleriert, steigerte der Trainer das zu hebende Gewicht schrittweise.

 

In beiden Gruppen unterschied sich nach 12 Monaten der Anteil der Frauen mit Veränderungen der Lymphödemgröße um mehr als ± 5 % nicht. Im Vergleich zu den Kontrollen verbesserten sich jedoch bei den Frauen, die am Training teilnahmen, die Lymphödem-Symptome (p = 0,03) und die Inzidenz von Exazerbationen war geringer (14 % vs. 29 %; p = 0,04). Die Patientinnen der Trainings-Gruppe steigerten außerdem ihre Körperkraft stärker als die Kontrollen (p < 0,001). Schwere unerwünschte Ereignisse aufgrund der Intervention gab es nicht.

 

Diese Ergebnisse widerlegen bisherige Bedenken, dass Hantel-Training Arm- und Handschwellungen verstärken könnte, schlussfolgern die Autorinnen. Sie sprechen für den Nutzen eines vorsichtig aufgebauten, mit Kompressionstherapie kombinierten Hantel-Trainingsprogramms.

 

Quelle: Schmitz KH, et al. Weight lifting in women with breast-cancer-related lymphedema. N Engl J Med 2009; 361: 664-673