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02/2010 - Kolonkarzinom-Mutanten: Keine Beeinträchtigung von Irinotecan- und Oxaliplatinwirkung

 

KRAS- oder BRAF-Mutationen sind zwar ein Indikator für eine schlechte Prognose von Kolonkarzinomen, fortgeschrittene Tumore mit diesen Mutationen sprechen aber in vergleichbarer Weise auf Oxaliplatin oder Irinotecan an wie Wildtyp-Tumore.

 

Mutationen des KRAS-Onkogens sind ein anerkannter Biomarker für eine Resistenz von Kolonkarzinomen gegenüber den monoklonalen EGFR-Antikörpern Cetuximab oder Panitumumab. BRAF-Mutationen stehen ebenfalls im Verdacht, die Effektivität einer Anti-EGFR-Therapie zu beeinträchtigen. Eine englische Studie untersuchte jetzt, ob KRAS und/oder BRAF-Mutationen auch die Erfolgsaussichten anderer etablierter Kolonkarzinom-Therapien beeinflussen.

 

Die Autoren analysierten die Tumor-DNA von 711 der 2135 Patienten der FOCUS-Studie (Ersttherapie des fortgeschrittenen kolorektalen Karzinoms mit 5-FU/Folinsäure plus Irinotecan versus Ersttherapie mit 5-FU/Folinsäure plus Oxaliplatin; eine weitere, in dieser Auswertung nicht berücksichtigte Gruppe erhielt 5-FU/Folinsäure als Ersttherapie). KRAS-Mutationen wurden bei 308 Patienten (43,3 %), BRAFMutationen bei 56 Patienten (7,9 %) nachgewiesen. 360 Patienten (50,6 %) hatten mindestens eine Mutation.

 

  • Bei Therapie mit 5-FU/Folinsäure plus Oxaliplatin oder Irinotecan hatten Patienten mit KRAS-Mutationen hatten ein vergleichbares progressionsfreies Überleben wie Patienten mit Wildtyp-Tumoren (Hazard Ratio: 1,14; p = 0,09).
  • Die Gesamtüberlebensdauer der Patienten mit Mutationen war aber signifikant schlechter (Hazard Ratio: 1,24; p = 0,008).
  • Auch die BRAF-Mutation verkürzte das progressionsfreie Überleben nicht signifikant (Hazard Ratio: 1,14: p = 0,37) und hatte ebenfalls einen negativen Einfluss auf das Gesamtüberleben (Hazard Ratio: 1,82; p < 0,0001).
  • Die kombinierte Analyse (Patienten mit KRAS und/oder BRAFMutation versus Patienten ohne Mutation) ergab ein deutlich beeinträchtigtes Gesamtüberleben bei Vorliegen einer Mutation (Hazard Ratio: 1,4: p < 0,0001) und ein grenzwertig signifikant schlechteres progressionsfreies Überleben (Hazard Ratio:1,16; p = 0,05).

 

Die Hauptauswertung der FOCUS-Studie zeigte, dass die Irinotecanund die Oxaliplatin-Ersttherapie das progressionsfreie Überleben im Vergleich zur Ersttherapie mit 5-FU/Folinsäure signifikant verlängern. Dieser Effekt ist, wie die jetzt präsentierte Subanalyse belegt, unabhängig vom KRAS- und/oder BRAF-Mutationsstatus. Patienten mit Wildtyp oder Mutationen profitieren also in vergleichbarer Weise von den beiden Chemotherapeutika.

 

Quelle: Richman SD, et al. KRAS and BRAF mutations in advanced colorectal cancer are associated with poor prognosis but do not preclude benefit from oxaliplatin or irinotecan: results from the MRC FOCUS trial. J Clin Oncol 2009; 27: 5931-5937