04/2010 - Blasenkarzinom: Gemcitabin besser als Mitomycin
Bei rezidivierenden oberflächlichen Blasenkarzinomen sind intravesikale Gemcitabin-Infusionen der bisherigen Mitomycin-Standardtherapie überlegen. Gemcitabin verlängert das krankheitsfreie Überleben und ist besser verträglich.
Trotz transurethraler Resektion (TUR) und anschließender intravesikaler adjuvanter BCG-Therapie rezidivieren oberflächliche Blasenkarzinome häufig. Als Zweitlinientherapie empfiehlt die Europäische Urologie-Gesellschaft intravesikales Mitomycin, was jedoch nur zu Ansprechraten zwischen 40 % und 50 % führt.
Eine randomisierte italienische Studie verglich jetzt die intravesikale Gabe von Mitomycin und Gemcitabin. 109 Patienten mit rezidivierenden oberflächlichen Blasenkarzinomen nach TUR und adjuvanter BCG-Behandlung (Stadien Ta und T1) wurden zu intravesikal Mitomycin (40 mg in 50 ml Kochsalzlösung alle 4 Wochen, beginnend am Tag 2 nach der TUR) oder intravesikal Gemcitabin (6-wöchiger Induktionszyklus mit 2000 mg in 50 ml Kochsalzlösung) randomisiert. Alle Responder erhielten eine einjährige Dauertherapie mit weiteren 10 Behandlungen in monatlichen Abständen.
Nach median 36 Monaten waren 39 der 54 Gemcitabin- (72 %) und 33 der 55 Mitomycin-Patienten (61 %) rezidivfrei. Das bedeutete eine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (p = 0,0021). Auch bei Patienten mit Grad 3-Tumoren war der Unterschied signifikant (p = 0,049). Bei 10 Mitomycin- aber nur 5 Gemcitabin-Patienten war die Krankheit nach dem Rezidiv progressiv und erreichte ein höheres Stadium. In 5 bzw. 3 Fällen breitete sich das Karzinom in das Urothel aus oder infiltrierte Muskelgewebe.
Die lokale Toxizität war zwar in beiden Gruppen akzeptabel, mit Gemcitabin gab es aber weniger Dysurien und weniger chemische Cystitiden. Auch die Gesamtrate unerwünschter Ereignisse war in der Gemcitabin-Gruppe signifikant niedriger (38,8 % vs. 72,2 %; p = 0,021).
Die Autoren erklären, dass diese Ergebnisse für Patienten mit BCG-refraktären Blasenkarzinomen von Bedeutung sind, da Gemcitabin das biologische Verhalten rezidivierender oberflächlicher Blasenkarzinome verändern kann. Besonders gut geeignet ist Gemcitabin bei einem histologischen Grad 3.
Quelle: Addeo R, et al. Randomized phase III trial on gemcitabine versus mitomycin in recurrent superficial bladder cancer: evaluation of efficacy and tolerance. J Clin Oncol 2010; 28: 543-548
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Letzte Aktualisierung: 3. Februar 2012


