06/2010 - Cetuximab: Bei fortgeschrittenen Kolonkarzinom kein signifikanter Benefit
Die Addition von Cetuximab zu Oxaliplatin plus Fluoropyrimidin verbessert zwar die Ansprechrate von Patienten mit KRAS-Wildtyp-Kolonkarzinomen, verlängert aber weder das progressionsfreie noch das Gesamt-Überleben signifikant.
Die MRC COIN-Studie ist bisher die größte Studie, die einen Antagonisten des epidermalen Wachstumsfaktors (EGFR) bei Patienten mit unbehandelten, metastasierten kolorektalen Karzinomen untersuchte. 1630 Patienten aus Großbritannien und Irland wurden randomisiert.
- Gruppe 1: Cetuximab plus Chemotherapie (Oxaliplatin in Kombination mit Fluoropyrimidin [5-Fluorouracil/Folinsäure {5-FU} oder Capecitabin]; n = 815)
- Gruppe 2: Chemotherapie ohne Cetuximab (n = 815).
- Genetische Analysen des KRAS-, BRAF- und NRASMutationsstatus erfolgten bei 1316 Patienten.
- Primäres Studienziel war das Gesamtüberleben der Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren.
Die Ergebnisse der MRC COIN-Studie wurden jetzt auf dem Kongress der Amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) vorgestellt:
- Die Teilnehmer der Studie waren im Mittel 63 Jahre alt
- 92 % hatten einen Performance-Status von 0 – 1
- 66 % erhielten Oxaliplatin plus Capecitabin
- 34 % Oxaliplatin plus 5-FU
- 729 der 1316 (55 %) analysierten Patienten hatten KRASWildtyp-Tumore:
- 102 (8 %) BRAF-Mutationen
- 50 (4 %) NRAS-Mutationen
Das Hinzufügen von Cetuximab hatte bei Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren keine positiven Auswirkungen auf die mediane Gesamt-Überlebensdauer, sie war mit Cetuximab sogar tendenziell kürzer.
- Cetuximab-Patienten lebten median 17,0 Monate
- Patienten, die kein Cetuximab erhalten hatten, 17,9 Monate (Hazard Ratio: 1,04; p = 0,68).
- Das mediane progressionsfreie Überleben betrug in beiden Gruppen 8,6 Monate (Hazard Ratio: 0,96; p = 0,60)
- Mit Cetuximab wurde lediglich eine signifikant bessere Ansprechrate beobachtet (64 % vs. 57 %; p = 0,049).
- Das Gesamtüberleben von Patienten mit kompletten Wildtyptumoren (KRAS-, BRAF- und NRAS-Wildtyp) verlängerte Cetuximab ebenfalls nicht, auch hier schnitten Patienten ohne Cetuximab-Therapie tendenziell besser ab: Cetuximab: 19,9 Monate vs. 20,1 Monate; Hazard Ratio: 1,02; p = 0,086
- Beim progressionsfreien Überleben gab es in dieser Gruppe jedoch eine Tendenz zugunsten von Cetuximab (9,2 Monate vs. 8,8 Monate; p = 0,36)
- Weitere Subgruppenanalysen sprechen für einen Cetuximab-Überlebens-Benefit bei Patienten ohne KRAS-, BRAF- und NRAS-Mutation (n = 581) sowie mit 0 oder einer Metastase (Hazard Ratio: 0,73) und mit Cetuximab plus 5-FU/Oxaliplatin (Hazard Ratio: 0,72), nicht aber mit Cetuximab plus Capecitabin/Oxaliplatin (Hazard Ratio: 1,02).
Patienten mit BRAF-Mutationen hatten unabhängig von der Therapie die schlechteste Prognose. Dagegen war die Prognose von KRAS-, BRAF- und NRAS-Wildtyp-Tumoren am besten.
Die Autoren schlussfolgern, dass Cetuximab das Gesamtüberleben von Patienten mit fortgeschrittenen kolorektalen KRAS-Wildtyp-Karzinomen nicht verbessert. Es wurden jedoch zwei Subgruppen identifiziert, die möglicherweise von Cetuximab profitieren.
Quelle: Maughan TS, et al. Identification of potentially responsive subsets when cetuximab is added to oxaliplatin-fluoropyrimidine chemotherapy (CT) in first-line advanced colorectal cancer (aCRC): Mature results of the MRC COIN trial. 2010 Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology; June 4-8, 2010; Chicago, USA, Abstract 3502
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Letzte Aktualisierung: 3. Februar 2012


