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Antiemese-Online - Übelkeit & Erbrechen - Behandlung - Empfehlungen

Empfehlungen für die Behandlung

Aktuelle Empfehlungen für die Vorbeugung bzw. Behandlung von Erbrechen

 

Aufgrund der verabreichten Chemotherapie schätzt der Arzt ab, wie hoch das Risiko für Übelkeit und Erbrechen sein wird. Außerdem berücksichtigt er die individuelle Neigung des einzelnen Patienten zu Übelkeit und Erbrechen. Dies ist die Grundlage für seine Entscheidung, welche Behandlungsstrategie er einsetzt (siehe Tabelle).

 

Chemotherapie-bedingtes Erbrechen

 

Behandlung je nach Risikoklasse der Chemotherapie
Risiko für Erbrechen aufgrund der verabreichten Chemotherapie Risiko (% der vom Erbrechen betroffenen Patienten) Akutes (frühes) Erbrechen Verzögertes (spätes) Erbrechen
Hoch > 90 % Serotonin-RA +
Kortikosteroid +
NK-1-RA
Kortikosteroid +
NK-1-RA
Frauen mit einer Anthrazyklin- und Cyclophosphamid-basierten Chemotherapie (AC-Schema) hoch Serotonin-RA +
Kortikosteroid +
NK-1-RA
NK-1-RA
oder
Kortikosteroid
Mäßig 30 – 90 %

Serotonin-RA +

Kortikosteroid

Kortikosteroid
oder
Serotonin-RA
Niedrig 10 – 30 % Einzelner Wirkstoff (z. B. Kortikosteroid) Keine Vorbeugungsmaßnahmen
Minimal < 10 % Keine Vorbeugungsmaßnahmen Keine Vorbeugungsmaßnahmen

 

Quelle:
Therapieempfehlungen des MASCC 2006
Serotonin-RA=Serotonin-Rezeptor-Antagonist=5HT3-Rezeptor-Antagonist=Setron
NK-1-RA=NK-1-Rezeptor-Antagonist, z. B. Aprepitant
Kortikosteroid=Kortison-ähnliche Substanz, z. B. Dexamethason

 

Behandlung bei hohem Risiko

 

Bei Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, die besonders häufig mit Erbrechen verbunden ist, ist die Standardbehandlung bei akuter, also früh eintretender Übelkeit und Erbrechen die Kombination eines Setrons mit einem NK-1-Antagonisten und einem Kortikosteroid. Gegen das verzögerte Erbrechen ist meist ein NK-1-Antagonist zusammen mit einem Kortikosteroid hilfreich.

 

Behandlung bei Therapie mit dem AC-Schema

 

Bei Frauen, die ein AC-Schema erhalten, also eine Chemotherapie auf der Basis von Anthrazyklinen (wie beispielsweise Doxorubicin oder Epirubicin) und Cyclophosphamid , wird in der akuten Phase ein Setron zusammen mit einem Kortikosteroid und einem NK-1-Antagonisten gegeben. Gegen das verzögerte Erbrechen hilft meist ein NK-1-Antagonist oder ein Kortikosteroid.

 

Behandlung bei mäßigem Risiko

 

Ein Setron zusammen mit einem Kortikosteroid ist Standardbehandlung gegen früh auftretende Übelkeit und Erbrechen. In der verzögerten Phase erhält der Patient ein Setron oder ein Kortikosteroid.

 

Behandlung bei niedrigem Risiko

 

Ist eine Chemotherapie mit einem geringen Risiko für Übelkeit und Erbrechen behaftet, kann gegen akutes Erbrechen z. B. ein Kortikosteroid oder auch ein Neuroleptikum oder beispielsweise Metoclopramid eingenommen werden.

 

Wenn die Standardtherapie nicht hilft

 

Kommt es bei Chemotherapien mit mäßigem bis hohen Risiko trotz der Einnahme der Standard-Medikamente zum Erbrechen, kann dem Patienten eventuell mit der Gabe eines zusätzlichen Medikaments aus einer anderen Wirkstoffgruppe geholfen werden. Hier werden dann beispielsweise Dopaminrezeptor-Antagonisten (z. B. Metoclopramid) bzw. Benzodiazepine eingesetzt.

 

Führt eine Chemotherapie mit mäßigem Risiko trotz Medikation zum Erbrechen, kann dem Patienten zusätzlich mit einem NK-1-Antagonisten geholfen werden.

 

Behandlung beim vorwegnehmenden Erbrechen

 

Die beste Behandlung ist die Vorbeugung des Erbrechens bereits beim ersten Chemotherapiezyklus, damit es in der Folge nicht zum antizipatorischen Erbrechen kommt. Auch psycho- und verhaltenstherapeutische Ansätze oder eine Behandlung, die Angst und Depressionen löst, kann sinnvoll sein. Benzodiazepine werden in diesem Rahmen eingesetzt.