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Antiemese-Online - Übelkeit & Erbrechen - Erbrechen: Grundlagen - Arten

Arten des Chemotherapie-bedingten Erbrechens

Chemotherapie-bedingtes Erbrechen: Einteilung nach Zeitpunkt des Auftretens

 

Durch Chemotherapie ausgelöstes Erbrechen/Übelkeit wird gewöhnlich in akutes und verzögertes Erbrechen/Übelkeit unterteilt, je nachdem zu welchem Zeitpunkt nach der Chemotherapie die Beschwerden auftreten. Ohne Behandlung kann es innerhalb kurzer Zeit zu vielen Brechepisoden kommen.


 

Akutes Erbrechen (0-24 Stunden) tritt sofort oder relativ bald nach Einnahme der Medikamente, also am Tag der Chemotherapie auf. Das Risiko ist in den ersten 4 Stunden nach der Behandlung am höchsten. Wichtigster Botenstoff ist das Serotonin.


 

Verzögertes Erbrechen (24-120 Stunden) tritt 24 Stunden nach Einnahme der Zytostatika oder später auf, in der Regel an den Tagen 2-5 nach der Chemotherapie, in Einzelfällen auch später. Es ist typisch für Zytostatika wie Cisplatin, aber auch Carboplatin, Cyclophosphamid, Mitomycin und andere. Bei der Vermittlung steht im Zusammenhang mit Cisplatin wahrscheinlich Substanz P im Vordergrund, Serotonin hat eine untergeordnete Bedeutung.

 

Unter verzögertem Erbrechen leiden vor allem Patienten, die sich bereits kurz nach der Chemotherapie übergeben mussten. Es kann jedoch auch zu verzögertem Erbrechen kommen, wenn der Betroffene nicht sofort erbrechen musste.

 

Bei vielen ambulant behandelten Patienten treten Übelkeit und Erbrechen verzögert auf, d. h. wenn sie bereits zu Hause sind. Ergebnisse einer Studie zeigen (vgl. Abb.), dass Ärzte und Schwestern das Auftreten von verzögerter Übelkeit und Erbrechen bei einer Chemotherapie mit hohem oder auch mäßigem Erbrechensrisiko unterschätzen.1

 

Abbildung: Anchor-Studie

 

Abb.: Anchor-Studie


 

Vorwegnehmende (antizipatorische) Übelkeit und Erbrechen: Es handelt sich um eine erlernte Reaktion: Ursache sind negative Erfahrungen. Diese Form des Erbrechens kann vor, während oder nach der Chemotherapie auftreten. Hat ein Patient während einer vorherigen Behandlung unter unkontrollierter Übelkeit und Erbrechen gelitten, kann schon der Krankenhausgeruch oder der Anblick der Infusionsflaschen zum erneuten Erbrechen führen. Vorwegnehmendes Erbrechen findet man bei 20-30 % der Patienten nach dem 4. Chemotherapiezyklus.

 

Wichtig ist eine ausreichende vorbeugende Behandlung vor der ersten Chemotherapie, damit das Gehirn die Verbindung von Chemotherapie und Erbrechen gar nicht erst herstellen kann.

 

Quellen:
1Steven M. Grunberg, Dept. Of Medicine, University of Vermont ANCHOR-Studie, Cancer, 2004; 100:2261-268.