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Antiemese-Online - Übelkeit & Erbrechen - Erbrechen: Grundlagen - Entstehung

Wie kommt es zum Erbrechen?

Erbrechen – eigentlich ein gesunder Reflex

 

Das Erbrechen ist ein Schutzreflex. Durch Erbrechen kann sich der Körper der Giftstoffe entledigen, die in den Magen gelangt sind. Dieser Vorgang dient dazu, Krankheiten, die beispielsweise durch die Aufnahme verdorbener Lebensmittel entstehen, und Vergiftungen zu verhindern.

 

Nicht nur unangenehme Gerüche oder ein ungewöhnlicher Geschmack können zum Erbrechen führen, sondern auch eine Reizung des Rachens, ein Ekel erregender Anblick, Bewegung (z. B. in einem Boot), Magen-Darm-Infekte, schwere Erkrankungen des Gehirns und der Leber oder auch seelischer Stress. Auch eine Chemotherapie kann Erbrechen auslösen.

 

Welche Rolle spielen Botenstoffe?

 

Verschiedene Botenstoffe wirken mit, bis es zum Erbrechen kommt. Die wichtigsten Botenstoffe des Nervensystems, so genannte Neurotransmitter, die an der Entstehung des Chemotherapie-bedingten Erbrechens beteiligt sind, sind Serotonin (5-Hydroxytryptamin=5-HT) und Substanz P. Zur Reizübertragung ist es wichtig, dass die freigesetzten Botenstoffe an spezielle Andockstellen (=Rezeptoren) binden (siehe Abb.). Bei Serotonin sind dies die 5-HT3-Rezeptoren, bei Substanz P die Neurokinin-1-Rezeptoren.

 

Abbildung: Zusammenwirken von Botenstoffen, Rezeptoren und Rezeptorantagonisten zwischen einer Epithelzelle des Darmes und einer Nervenzelle

 

Abb.: Zusammenwirken von Botenstoffen, Rezeptoren und Rezeptorantagonisten zwischen einer Epithelzelle des Darmes und einer Nervenzelle

 

Wie kann eine Chemotherapie Erbrechen auslösen?


Es gibt zwei Wege, wie Zytostatika Erbrechen auslösen.

 

Die Zytostatika gelangen über das Blut in den Darm. Sie schädigen bestimmte Darmzellen, die daraufhin den Botenstoff Serotonin freisetzen.

 

  • Serotonin bindet an den Serotonin-Rezeptor. Über den Vagusnerv wird die Information zum Gehirn weitergeleitet.
  • Das Signal des Vagusnervs aktiviert die Triggerzone und das Brechzentrum im Gehirn.

 

Zytostatika reizen die Triggerzone, die auf chemische Reize besonders empfindlich reagiert, auch auf direktem Weg.

 

Das Brechzentrum reagiert auf die von der Triggerzone ankommenden Reize und auf andere, die beispielsweise Druck im Bauch melden, und koordiniert das Erbrechen. Es steuert die Reflexe wie Speichelbildung, Zusammenziehen des Zwerchfells, des Magen-Darm-Trakts und der Bauchmuskulatur. Im Gehirn finden sich Serotonin- und Neurokinin-1-Rezeptoren sowohl in einer speziellen Triggerzone als auch im Brechzentrum.

 

Abbildung: Das Brechzentrum im Gehirn

 

Abb.: Das Brechzentrum im Gehirn.

 

Das Zusammenspiel der Neurotransmitter und ihrer Rezeptoren zu stören und damit die Weiterleitung des Brechreizes zu unterbrechen, ist Grundlage der Behandlung.